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Während
des 19. Jahrhunderts stand der Hafen von
Archangelos unter der Verwaltung der Gemeinde
von Lira. Die benachbarten Dörfer Demoniá und
Elika bestanden gerade einmal aus einer kleinen
Gruppe von Steinhäusern. Das Gebiet gehörte den
Agades-Türken, die es lange Zeit unbewohnt
ließen.
Am Kap
von Archangelos gab es Ruinen einer kleinen
verfallenen Kapelle, die als Viehstall benutzt
wurde: von dieser Kirche aus begann die
Besiedlung der ganzen Region. Im Jahr 1811
lernte der Metropolit Hrissantos Pagonis während
eines Ministerbesuches Archangelos kennen.
Während dieses Besuches erhielt er Geld für die
Restaurierung der kleinen Kirche in Archangelos,
gemäß dem Wunsch eines Matrosen, der einen
schweren Sturm auf See überlebt hatte. Bei
seinem Besuch beschreibt Hrisanntos die
Landschaft als "verwüstet, mit wilder
Vegetation, unendlicher Sicht, der Hafen ruhig
und vom Wind geschützt, ein wohltuender Anblick
für die Augen des Besuchers."
Er beschloss auf der Stelle, diese Region zu
besiedeln und er versuchte, Grund zu kaufen,
aber er hatte mit der Feindseligkeit der
türkischen Eigentümer zu kämpfen, die es
ablehnten, das Land zu verkaufen, obwohl es sich
um unbebautes Land handelte. Der Metropolit
entschloss sich, die Angelegenheit beim
Ottomanischen Gericht vorzubringen, da ein
Gesetz besagte, dass Grund, der seit mehr als
sieben Jahren nicht genutzt wurde, demjenigen zu
überlassen sei, der danach fragte. Der Sultan
Mahmud II (1908-1839) überließ Hrissantos den
Grund und dieser begann die Arbeiten an der
Kapelle sowie an einem nahe gelegenen Bergwerk.
Während der Weihe der St. Michael-Kapelle in
Archangelos kam es zu einem Zusammenstoß mit den
Türken, die nach wie vor ihr Recht auf diesen
Grund behaupteten. Hrissantos sprach mit ihnen
und überzeugte sie schließlich, abzuziehen. In
den folgenden Monaten baute er auch einige
kleine Häuser, die Jahre später von der
Besatzung eines türkischen Fischerbootes
zerstört wurden, welches wegen eines Sturmes in
Archangelos angelegt hatte. Sie nahmen selbst
die Dachbalken der Häuser mit. Hrissantos
Pagonis verfasste eine komplette
Schadensaufnahme und eine Liste der Kosten, um
einmal mehr sein Besitzrecht auf diese Region
aufzuzeigen, aber er konnte das Ergebnis seiner
harten Arbeit nicht genießen. Mit der Revolution
gegen die Türken kam die Entwicklung des Dorfes
zum Stillstand und der Metropolit starb 1821 in
Tripolis, wo er von den Türken ins Gefängnis
geworfen worden war. Seine Nachfolger konnten
sich um dieses Landstück während der Revolution
nicht kümmern, die Leute verließen alles, um ihr
nacktes Leben zu retten.
Während
der Besatzung von Ibrahim Pasha (1825-1826) zog
die Felouris-Familie nach Archangelos mit all
ihrem Besitz. Sie waren Gegner des Türkischen
Regimes und waren aus dem Dorf Molos, nahe von
Lamia, vom Pasha der Region vertrieben worden.
Zuerst ließen sie sich am Peloponnes, im Dorf
Agriani am Fuß des Parnon-Gebirges, nieder. Auch
hier wurden sie von den Türken verfolgt und über
die ganze Region verstreut. Ein Teil von ihnen
zog nach Archangelos. Von der Felours-Familie,
ist Kapitän Kraniidis zu erwähnen, da er ein
Mitglied des Parlaments in Athen war. Am Ende
der griechischen Revolution, 1842, begann eine
zunehmende Wiederbevölkerung der Region, so wie
es Hrissantos Pagonis Jahre zuvor gwünscht
hatte.
Heute ist Archangelos ein liebliches kleines
Fischerdorf, das von Touristen gerne besucht
wird.
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